Dollarkrise, 1. Akt (1971): Wo ist das Gold?

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"The Dollar is our currency, but your problem"

Der US-Finanzminister John Connally brachte es auf den Punkt, als er 1971 die europäischen Finanzminister warnte: "Der Dollar ist unsere Währung, aber euer Problem."[1]

Denn in der Tat stellte der US-Dollar von Anfang an ein Problem für alle anderen Länder dar. Zuerst war er zu knapp, dann gab es ihn im Überfluss. Im Gleichgewicht war er nie. Und so brach das Bretton-Woods-System bereits nach der verhältnismäßig kurzen Zeit von nur 25 Jahren unter der nicht enden wollenden Dollarflut zusammen.

Dollarknappheit

Um den Bretton-Woods-Vertrag in die Tat umsetzen zu können, musste zunächst ein seltsames Problem gelöst werden: die Dollarknappheit. Denn – da die USA kaum Waren aus dem Ausland importierten – standen nach Ende des Zweiten Weltkriegs außerhalb der Vereinigten Staaten nur sehr geringe Mengen an US-Dollar zur Verfügung. Solange aber keine US-Dollars zur Verfügung standen, konnten sie auch nicht als internationales Zahlungsmittel verwendet werden. Hierzu mussten sie erst in die Welt gebracht werden – und zwar in großen Mengen.

Falls dies nicht gelingen würde und der US-Dollar weiterhin knapp bliebe, drohten die USA zudem unter die sogenannte "Scarce-Currency"-Klausel des Bretton-Woods-Vertrags zu fallen. Diese Klausel sah vor, ein Land mit Handelsbeschränkungen zu versehen, falls dessen Währung knapp werden sollte.

Marshallplan statt Morgenthauplan

Abb. 15: Aufbau in West-Berlin mithilfe des Marshallplans, nach 1948
Abb. 16: Plakat, mit dem die US-Regierung in Europa für den Marshallplan warb. Die Fahnen Europas drehen das Windrad, während die Flagge der USA die Richtung bestimmt.

Das Problem der Dollarknappheit löste sich durch den Marshallplan, der am 3. April 1948 vom US-Kongress verabschiedet wurde und mit einem Umfang von 12,4 Milliarden US-Dollar das größte Hilfsprogramm aller Zeiten darstellt.

Auch wenn Kritiker anmerken, dass diese Mittel weitestgehend zum Kauf US-amerikanischer Güter zurück in die USA flossen und der Marshallplan nicht nur humanitäre, sondern auch politische Ziele verfolgte, so verdient diese von den Vereinigten Staaten zum Wiederaufbau Europas aufgebrachte Hilfe die allergrößte Anerkennung: Ihr Umfang entsprach der Hälfte der Goldreserven der USA.

Die Größenordnung der amerikanischen Hilfe entkräftet auch das Argument, der Plan von Keynes hätte sich in Bretton Woods alleine schon deshalb nicht gegen die amerikanischen Interessen durchsetzen können, weil die USA dann ihre einseitige Position als größtes Export- und Gläubigerland hätten aufgeben und einen erheblichen Teil ihrer Guthaben an alle Welt verteilen müssen. Denn das haben sie auch so getan, allerdings mit einem erheblichen Unterschied: fortan dominierte die Weltleitwährung US-Dollar den Welthandel.

Der US-Amerikaner James Dines, wohl einer der klarsichtigsten Finanzanalysten seiner Zeit, fasste in seinem Buch The Invisible Crash diesen Vorgang knapp zusammen:

Die Vereinigten Staaten pumpten Dollars nach Europa, welche die Europäer zum Kauf amerikanischer Materialien nutzten, und so wurde der Dollar zum weltweiten Zahlungsmittel.[2]

Dollarflut: Die USA exportieren Papier und Inflation

Der Dollarknappheit folgte bald eine Dollarflut. Während zunächst US-amerikanische Hilfsprogramme Quelle dieser Dollarflut waren, wurde die Welt schließlich mit US-Dollar überschwemmt, als die Vereinigten Staaten in zunehmendem Maße das Bretton-Woods-System zur Finanzierung US-amerikanischer Interessen ausnutzten. Denn die anderen Nationen mussten die von den USA gedruckten Dollar in unbegrenzter Menge zu festen Wechselkursen ankaufen – und waren hierzu schließlich genötigt, selber die Notenpresse anzuwerfen.

Auf diese Weise finanzierten die Vereinigten Staaten ihre militärische und wirtschaftliche Expansion, die Subvention der heimischen Wirtschaft, die Berliner Luftbrücke, die Mondfahrt, den Kalten Krieg und vieles mehr und exportierten dabei mit ihren Dollars zugleich ihre hausgemachte Inflation in alle Welt.

James Dines beschrieb diesen Mechanismus folgendermaßen:

Auf diese Weise stellte der Internationale Währungsfonds unter Beweis, eine der größten Inflationslokomotiven in der Finanzgeschichte der Welt zu sein. (…) die Vereinigten Staaten konnten einfach mehr Papier drucken. Als die US-Inflation begann, sich zu ihrem Endstadium hin zu beschleunigen, zwang der IWF andere Länder zu verhindern, dass deren Währungen über ihren Nennwert zum Dollar stiegen; also zwangen die Vereinigten Staaten die Welt dazu, die Inflation zu importieren. Deutschland zum Beispiel war gezwungen, Milliarden von Dollar zu kaufen, um den Dollar in seinem Kursverhältnis zur Mark zu stützen, und druckte, um das tun zu können, Milliarden zusätzliche Mark. Dadurch erhöhte sich Deutschlands Geldmenge und die absorbierten Dollars wurden zu dessen "Reserve".[3]

Etwas nüchterner klingt die Erklärung der Deutschen Bundesbank:

Der Eckpfeiler des Abkommens von Bretton Woods war der "Gold-Dollar-Standard", bei dem sich die Länder verpflichteten, die Devisenkurse ihrer Währungen in sehr engen Grenzen gegenüber dem US-Dollar zu halten. Ihre Notenbanken mussten also immer dann Dollar gegen eigene Währung kaufen, wenn der Dollarkurs am unteren Interventionspunkt lag.[4]

De Gaulle will Gold

Als die Dollarflut bedrohliche Ausmaße annahm, forderte Frankreich die Rückkehr zum Goldstandard.[5] Um die US-amerikanische Regierung und das Bretton-Woods-System unter Druck zu setzen, begann Charles de Gaulle ab 1962 damit, US-Dollars zurück in die Vereinigten Staaten zu bringen und sie beim amerikanischen Schatzamt in Gold einzutauschen. Zwischen 1962 und 1966 verschiffte de Gaulle Gold im Wert von fast drei Milliarden US-Dollar von New York nach Paris.[6] Dines hierzu:

Dieses Spiel lief über Jahrzehnte, bis Europa endlich bemerkte, dass sich die Dollars aufstauten – erst bis zu ihren Knien, dann bis zu ihren Bauchnabeln und schließlich bis zu ihren Nasenlöchern – und verlangte, dass wir unsere Notenpressen verlangsamen. Charles de Gaulle hatte in den späten 1960ern versucht, uns zu bremsen, und wurde dafür international beschimpft. De Gaulle wusste, dass die einzige Möglichkeit, das US-Finanzministerium zu bremsen, darin bestand, für diese Papierdollar Gold zu verlangen – eine Vorgehensweise, die letzten Endes funktionierte.[7]


Vietnamkrieg

Es war aber nicht de Gaulle, sondern der große Geldbedarf für den Vietnamkrieg, der schließlich das Bretton-Woods-System zum Einstürzen brachte. Die Deutsche Bundesbank vermerkt hierzu:

(…) die USA hatten nicht zuletzt zur Finanzierung des Vietnam-Kriegs übermäßig US-Dollar emittiert und mussten bereits 1971 die Goldeinlösungsverpflichtung aufgeben (…).[8]

Der tatsächliche Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems spielte sich allerdings weitaus dramatischer ab, als dieser schlichte Satz erahnen lässt. Während die Nationen nicht mehr bereit waren, die durch den Vietnamkrieg verursachten Kosten und Inflation zu tragen, übten die USA erheblichen Druck aus, um das System so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Deutschland wurde daran erinnert, dass sein Überleben vom Schutz durch das amerikanische Militär abhänge, und auch die übrigen Nationen sollten den US-Dollar durch Ankäufe stützen und sich so an den Kosten der "Verteidigung der freien Welt" beteiligen. Im Dines Letter hieß es hierzu:

Ihr Herausgeber kommt gerade von einer Reise nach Europa zurück, wo er nach den Gründen schnüffelte, warum der Goldpreis seine Jahreshöchstmarken bis auf Anschlag schiebt. Die Europäer sind wegen der gewaltigen Dollarmassen, die sich in ihren Tresoren stapeln, in Panik, da wir nun seit Jahren ein Defizit nach dem anderen einfahren. Aber es gibt für sie keinen einfachen Ausweg. Sie versuchen, Westdeutschland so viele Dollars wie möglich anzukleben, das gezwungen ist, sie zu nehmen, weil ihr politisches Überleben von der amerikanischen Militärmacht abhängt, aber auch hier ist irgendwann Schluss. Die Europäer sind darüber verärgert, dass der US-Dollarabfluss in ihren Ländern einen inflationären Druck erzeugt; aber wenn sie das Ganze auffliegen lassen und Gold verlangen, werden sie uns damit in den Bankrott treiben und ihre restlichen Dollars werden dann wertlos. Die Europäer haben sich in eine erstaunlich blöde Ecke manövriert und werden so lange verwirrt bleiben, bis die unvermeidliche panische Flucht aus der Ecke losbricht.
5. März 1971[9]

und:

Während des Wochenendes, bei der American Bankers Association in München, hat Finanzminister John B. Connally ziemlich klar Stellung bezogen und es ohne Arroganz oder Missachtung ausgedrückt. Connally sagte: "Wir werden den Dollar nicht abwerten; wir werden den Preis von Gold nicht ändern; wir können mit Recht erwarten, dass von den anderen ausgeglichenere Handelsvereinbarungen veranlasst werden; und wir erwarten, dass sich Europa der Verantwortung bewusst wird, einen größeren Kostenanteil in der Verteidigung der Freien Welt zu übernehmen." (…)
4. Juni 1971[10]

Wie die Finanzierung US-amerikanischer Interessen – allen voran der Vietnamkrieg – schließlich den Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems beförderte, ist den folgenden Abschnitten zu entnehmen.

Der Druck steigt

Seit Beginn des Bretton-Woods-Systems nahm die Verschuldung der USA stetig zu und ihre Goldvorräte kontinuierlich ab. Ab 1960 waren die Schulden höher als die Goldreserven, und als 1968 die galoppierende Verschuldung der USA den Wert der ihrer Goldreserven bereits um ein Mehrfaches überstieg, sank das Vertrauen in den US-Dollar rapide: Würden die Staaten ihre Schulden jemals – wie versprochen – in Gold zurückzahlen können?

In dieser Situation kam es im März 1968 zu einem Run auf Gold, in dessen Verlauf die Bank of England schließlich am 15. März (einem Freitag) die Londoner Goldbörse schließen musste und weltweit der Handel mit Gold, Währungen und Aktien ausgesetzt wurde; selbst kleine Münzhändler schlossen ihre Ladentüren und Restaurants, Hotels und Geschäfte in aller Welt verweigerten die Annahme von Travellerschecks oder US-Dollar. Sofort wurde für das Wochenende in Washington eine Notkonferenz mit internationaler Beteiligung anberaumt: wie sollte es am Montag weitergehen können? Denn der Wert des US-Dollars und mit ihm der Wert aller anderen Währungen war plötzlich völlig ungewiss. James Dines schrieb am 22. März:

Letzte Woche begann nach unserem Redaktionsschluss die Goldkrise, die wir schon seit Langem vorhergesagt hatten. Als sich die Flucht aus dem Papier zunächst von einem Spaziergang zur Bank, um dort Gold zu kaufen, in einen Trab verwandelte, dann ein Kanter und schließlich ein Galopp wurde, musste die Bank of England dem Druck nachgeben und schloss am 15. März ihre Schalter. Alle hörten auf, Gold zu verkaufen; sogar die Münzhändler in New York. Als das volle Ausmaß der Panik begann, den Beton zwischen den Trommelfellen unserer Politiker zu durchdringen, wurden in Washington plötzlich geheime Sitzungen einberufen. (…) In ihrem Leitartikel vom 16. März schreibt die New York Times: "Die Mitglieder des internationalen Goldpools, die sich heute in Washington treffen, stehen einer unanfechtbaren Tatsache gegenüber: das Zahlungssystem ist zusammengebrochen. Ihre Aufgabe besteht nun nicht mehr darin, einen Kollaps zu verhindern, sondern die Struktur neu aufzubauen."

(…) Gold hat es vermocht, den US-Präsidenten dazu zu bringen, Ausgabenkürzungen zu versprechen; Gold hat Minister in aller Welt versammelt, damit sie ihre feuchten Hände ringen; es hat Banken geschlossen; und vielleicht vertreibt es gerade die Vereinigten Staaten aus Vietnam. Zeitungen haben die Szene mit Worten wie "Chaos, Panik, Krise, abstrus und Tumult" beschrieben.

In der Times vom 16. März schrieb Edwin L. Dale, Jr.: "Einige im Ausland befindlichen Amerikaner erfuhren, was eine internationale Finanzkrise heutzutage bedeuten könnte, als sie ihre Travellerschecks nicht mehr in Dollar eintauschen konnten. Aber es gibt keinen Grund zu der Annahme, irgendwelche wesentlichen Auswirkungen hier zu Hause zu erwarten, selbst für den Fall, dass das Weltfinanzsystem zusammenbrechen würde."

(…) Während des Wochenendes begannen die Nachrichten über die internationalen Reaktionen zur Krise allmählich einzutreffen. Goldhändler in Mailand hatten aufgehört, Gold zu verkaufen, aufgrund des "nahezu kompletten Mangels an Nachschub". In aller Welt wurde der Handel mit Devisen eingestellt, von Finnland bis Malaysia. Die Börsen in aller Welt wurden geschlossen, selbst in Südafrika, während sich Hotels, Restaurants und Geschäfte weigerten, US-Dollar und britische Pfund anzunehmen.

22. März 1968[11]

Doppeldenk[12]: Zwei Preise für Gold

Über das Wochenende entwickelte die Notkonferenz ein sogenanntes "Gentleman's Agreement", wonach die westliche Welt den US-Dollar wenigstens noch so lange stützen würde, wie der Vietnamkrieg im Gange wäre. James Dines hierzu:

In der Times vom 24. März wurde nahezu versehentlich ein 'Gentleman's Agreement' preisgegeben. (…) die Times hatte erklärt, dass "politische Entscheidungsträger in Washington erwägen, ob – selbst mithilfe der stringenten Beschränkungen von internationalen Transaktionen, die Präsident Johnson am Neujahrstag verhängte – es möglich sein könnte, das Zahlungsbilanzdefizit auf eine akzeptable Höhe zu verringern [unsere Hervorhebung], solange der Vietnamkrieg noch andauert." Und hier ist das Husarenstück: Sie reden von dem Unvermögen der USA, den Krieg ohne die vollumfänglichen Beschränkungen der Kriegszeit fortzuführen und daher sei "das Abkommen – oder vielleicht angemessener das 'Gentleman's Agreement' –, das die Zentralbanken daher am vergangenen Wochenende in Washington erzielten, zumindest vorläufig keine weiteren Goldbestände aus den USA abzuziehen, von allergrößter Bedeutung."
29. März 1968[13]

Neben diesem inoffiziellen Gentleman's Agreement, die USA nicht durch weitere Goldeinkäufe zu belasten, wurde an diesem Wochenende beschlossen, den Goldpreis nun auf zweierlei Weise zu notieren: der offizielle Preis zwischen den Nationen (festgesetzt auf 35 US-Dollar pro Unze) und einem freien, sich im Markt ergebenden Goldpreis.

Das Gentleman's Agreement mag Voraussetzung für die nun zwei verschiedenen Preise von Gold gewesen sein – hätten die Nationen sich doch sonst bei den USA günstig mit Gold eindecken können, um es dann zu wesentlich höheren Preisen am freien Markt zu verkaufen.

Das Bretton-Woods-System bricht zusammen

Mit den Kosten des Vietnamkriegs stieg der Dollardruck unaufhörlich, bis schließlich im Mai 1971 Deutschland, Schweiz, Holland und Belgien die Annahme weiterer US-Dollar verweigerten – ausgelöst durch eine beiläufige Bemerkung des französischen Finanzministers Valery Giscard d'Estaing während eines Abendessens in Hamburg. Dines hierzu:

Deutschland, Schweiz, die Niederlande und Belgien weigerten sich, US-Dollars zu akzeptieren, da es nicht mehr möglich ist, diese Dollars in den USA gegen Gold zu tauschen, wodurch sie das System erschütterten, das 1944 in Bretton Woods geschaffen wurde und das den Dollar zum Mittelpunkt des internationalen Finanzuniversums erklärte und ihn mit 35 $ pro Unze Gold definierte.

Der Dollar ist dermaßen bankrott und seine Aussichten sind so trostlos und traurig, dass eine rein beiläufige Bemerkung am vergangenen Montag Abend dies alles losgetreten hatte. In einer Diskussion während eines Abendessens in Hamburg hat der französische Finanzminister Valery Giscard d'Estaing vorgeschlagen, der Preis von Gold solle angehoben werden, um den Abfluss von Dollars nach Europa einzudämmen; mit anderen Worten: der Dollar solle abgewertet werden. Dies verärgerte die Deutschen und die Italiener, weil sie große Dollareigentümer sind und einer Abwertung des Dollars entsprechend widerwillig gegenüberstehen.

(…) Eigentlich ist bisher nichts anderes passiert, als dass sich die Europäer ein Herz gefasst und erkannt haben, dass der Dollar die größte Bedrohung der internationalen Finanzstabilität darstellt.

7. Mai 1971[14]

Nixon schließt das Goldfenster: Das Ende von Bretton Woods (1971)

Als die Bank of England am 13. August 1971 von den USA die Garantie forderte, dass die britischen Reserven von drei Milliarden US-Dollar nicht abgewertet werden, reagierte Richard Nixon prompt und verkündete zwei Tage später das Ende der Bindung des US-Dollars an Gold.[15] Mit einem Schlag hatten sich die 2666 Tonnen Gold der Briten in Papier verwandelt (heutiger Wert: rund 80 Milliarden US-Dollar).

Genauso waren die restlichen Außenschulden der USA von rund 70 Milliarden US-Dollar nur noch Papier; wobei die entsprechende Goldmenge von 62,2 Millionen Tonnen auch die heutigen Goldreserven der Welt – rund 30 Millionen Tonnen – um das Doppelte übersteigen würde. Der derzeitige Wert dieser von den USA nicht eingelösten Goldversprechen entspricht rund 1,9 Billionen Dollar.

Über diesen historischen Wendepunkt in der Währungsgeschichte schrieb James Dines in seinem Letter:

Wie wir seit Langem vorausgesagt haben, erfolgte die Abwertung während eines Wochenendes, und sie kam mit einem Wehrmacht-Blitzkriegstempo. Es gab keine Warnung; auch das hatten wir lange vorhergesagt. Um in Zukunft verstehen zu können, wie Regierungen abwerten, hier der Artikel, der am Freitag vor der Abwertung im Wall Street Journal vom 13. August erschien: "Was jedoch die Situation der Währungen anbelangt, so bleibt diese unbestimmt. Einige Analysten sahen in einem Bericht, wonach die USA breitere Schwankungsmöglichkeiten für die Kurse der Währungen vorgeschlagen hat, ein sicheres Anzeichen dafür, dass die USA keine Absichten hätte, den Dollar abzuwerten. Ein Gerücht, das gestern plötzlich auftauchte, besagte, das Weiße Haus plane erhebliche Steuererleichterungen, um die Wirtschaft zu beleben. Allerdings wurde das Gerücht von der Regierung zurückgewiesen."

Am 15. August 1971 erklärte Präsident Nixon für den US-Dollar einen "Chapter XI"-Bankrott. In seiner Rede änderte er unilateral das seit 25 Jahren bestehende Internationale Finanzsystem und erklärte, die USA würden nunmehr den Umtausch der vom Ausland gehaltenen Dollars in Gold einstellen. (…)

Ganz offensichtlich ist der Dollar nun eine Fiatwährung ohne Wert, wie der russische Rubel oder der Lower Slobovnik. Dies ist der erste Schritt einer klassischen Goldkrise. Momentan befindet sich die Weltfinanzordnung in einer führerlosen Situation. (…) Deutschland, das mehr Dollars besitzt als wir Gold in Fort Knox, wird durch die Abwertung entsprechende Verluste erleiden, was wiederum seine eigene Währung in Mitleidenschaft ziehen wird – daher scheinen für die nahe Zukunft weitere Finanzturbulenzen sicher zu sein. Aber die USA müssen die zugrunde liegenden Ursachen der Abwertung abstellen – wie etwa die Ausgaben für ausländische Kriege, die Versorgung der US-Truppen im Ausland ohne Ausgleichszahlungen, Entwicklungshilfe, übermäßiger Tourismus, unfaire Handelsbeschränkungen durch Japan und andere Länder und vor allem ein Ende der US-Inflation, die unsere Güter durch zu hohe Preise von den Weltmärkten ausschließen.

20. August 1971[16]

Frankreich fordert "Marshallplan rückwärts" zur Rettung der USA

Das Ende der Goldbindung konnte jedoch nicht die Frage nach der erdrückenden Außenverschuldung der USA klären, die in ihrer Größenordnung zu einer Bedrohung für die Weltwirtschaft geworden war. Am 13. September 1972 schlug Frankreich daher vor, den USA durch einen "Marshallplan" zur Hilfe zu eilen: man sollte den offiziellen Goldpreis auf 70 US-Dollar pro Unze verdoppeln und die dadurch in aller Welt entstehenden Profite den USA zur Begleichung ihrer Schulden leihen.[17] Dieser Vorschlag vermag die damalige Ratlosigkeit ein wenig zu beleuchten.

Die Doppeldenk-Goldpreisschere klafft immer weiter auseinander

Der Preis, den Gold am freien Markt (etwa den Goldbörsen in London oder in Hong Kong) erzielte, entfernte sich immer weiter vom vereinbarten "offiziellen" Goldpreis, der nur in kleinen Schritten angepasst wurde: von 35 US-Dollar zunächst auf 38 (Dezember 1971) und dann auf 42,22 US-Dollar (Februar 1973) pro Unze.

Heute muten diese Anpassungen in zweierlei Hinsicht absurd an: auf der einen Seite gab es ohnehin seit 1971 keinen Anspruch mehr auf den Tausch von US-Dollar in Gold; auf der anderen Seite musste, wer tatsächlich mit US-Dollar Gold kaufen wollte, bereits etwa das Doppelte des "offiziellen" Preises bezahlen. James Dines schrieb:

Der Preis von 35 $ pro Unze wurde durch den Gold Reserve Act von 1934 festgesetzt und bestand bis zu seiner Abwertung im Dezember 1971 auf 38 $ pro Unze. Jetzt lautet der Preis 42,22 $ pro Unze, was ganz genauso lächerlich ist, wie es der vorige Preis auch schon war, weil in Hong Kong der Preis am freien Markt soeben ein Allzeithoch von 75,93 $ erzielte! Kann man sich vorstellen, dass erwachsene Menschen derartige Spielchen mit einem völlig unrealistischen Preis von einem Rohstoff treiben, während gleichzeitig der Preis am freien Markt viel höher ist? (…)
16. Februar 1973[18]


Was ist das Geld noch wert?

Die Dollarkrise hatte ein Durcheinander verursacht, das immer schwieriger zu überblicken war: die Schulden der USA stiegen kontinuierlich an, für Gold gab es nun zwei verschiedene und auseinanderklaffende Preise, einige Nationen hatten ihre Währungen immer noch an den US-Dollar gebunden, andere hatten die Bindung aufgehoben und verweigerten den Ankauf von US-Dollar.

Unter diesen Bedingungen wurde es immer schwieriger, den Wert der Währungen zu bestimmen – weder untereinander noch im Verhältnis zu Gold oder zu Waren. Am 5. März 1973 (einem Montag) wurde schließlich der offizielle Handel mit Währungen eingestellt – weltweit und für ganze zwei Wochen! Niemand wusste, wie es weitergehen sollte und welchen Wert die verschiedenen Währungen und Gold dann noch hätten. James Dines schrieb:

Am 5. März beschlossen die europäischen Finanzminister, die offiziellen Devisenmärkte für den Rest der Woche zu schließen, um dadurch die USA dazu zu bewegen, in dieser Krise zu handeln. Das bedeutet also, dass die wichtigen Währungen den "freien Schwebezustand" ihrer Wechselkurse für diese Woche beibehalten, indem sie sich weigern, Dollars zu kaufen, um den Kurs ihrer Währungen unten zu halten (oder um den Kurs des Dollars hoch zu halten). Also: die Währungskurse der gesamten Welt schweben gerade, eine Vorgehensweise, wie wir sie schon seit über einem Jahrzehnt strengstens empfohlen haben, trotz der Tatsache, dass jeder, der von politischer Wichtigkeit war, uns widersprach.

(…) die Dollarrücklagen ausländischer Zentralbanken und anderer offizieller Organe werden auf 70–80 Milliarden $ geschätzt, zusätzlich werden etwa 20 Milliarden $ im Ausland von privater Hand gehalten. Mit einem Schuldenstand von rund 100 Milliarden $ und nur 10 Milliarden $ an Gold in Fort Knox wird der Goldpreis noch sehr viel weiter steigen müssen, bis sich die beiden Werte entsprechen. Vielleicht werden 200 $ für Gold noch nicht genug sein!

9. März 1973[19]

Währungen im freien Markt und ohne intrinsischen Wert

Aus dieser dramatischen Situation heraus ist das Währungssystem entstanden, an das wir uns heute gewöhnt haben und das wir für völlig normal und selbstverständlich halten: freie Fiatwährungen ohne intrinsischen Wert.

Am 14. März 1973 erklärte Deutschland die Bindung der D-Mark an den US-Dollar für beendet und nicht nur die D-Mark, sondern auch andere wichtige Währungen wurden fortan frei gehandelt.[20]

Dieser Zustand sollte jedoch lediglich eine Notlösung sein und nur vorübergehend anhalten: so lange, bis die USA ihre Handelsbilanz wieder in ein Gleichgewicht mit der Welt gebracht hätten. Die Deutsche Bundesbank schätzte sehr optimistisch, dass die USA dies nicht vor 1974 erreichen könnten; die Welt müsste also wohl mindestens ein Jahr mit freien Währungen leben.[21]

US-Dollar im freien Fall

Bis 1971 war der US-Dollar "so gut wie Gold"; bis 1973 konnte man ihn zwar nicht mehr zu festen Kursen gegen Gold, wohl aber gegen andere Währungen tauschen; ab 1973 war sein Wert nun gar nicht mehr gewiss – weder in Gold noch in Geld.

Völlig losgelöst von Gold und Währungen befand sich der US-Dollar nun im freien Fall und hatte innerhalb von nur sechs Monaten – von Januar bis Juni 1973 – die Hälfte seines Wertes verloren.[22] Angesichts dieses dramatischen Dollarverfalls forderte Frankreich auf einer Krisensitzung in Basel die Einführung einer goldgedeckten europäischen Währung. Schließlich wurde jedoch der Kompromiss vereinbart, dass die Zentralbanken der westlichen Welt den völligen Kollaps des US-Dollars durch Interventionen am Markt verhindern sollten.[23]

Wettlauf der Notenpressen

Die USA finanzierten ihr Defizit weiterhin mittels Notenpresse und überschwemmten die Welt mit US-Dollars – die Folgen waren Inflation und weiterer Kursverfall des Dollars. James Dines beschrieb, wie die Situation immer mehr außer Kontrolle geriet:

(…) Nachdem die Vereinigten Staaten ihre Druckerpressen schneller laufen lassen und sie größere internationale Defizite machen als irgendwer sonst, türmen sich im Ausland mehr Dollars auf als die Ausländer bei uns überhaupt ausgeben können. Angesichts des derzeitigen Stands von Angebot und Nachfrage nach Papier hat diese maßlose Menge an Papierdollars im Ausland daher seinen Wert im Verhältnis zu anderen Währungen gedrückt. (…) Also fangen die Ausländer damit an, allerlei Handelsbeschränkungen zu errichten, wie etwa gespaltene Devisenkurse (Frankreich kauft von Touristen Dollars an, nicht jedoch von Banken) und Zollschranken. (…)

Hinter dieser inflationären Sturmflut steckt auch das Gefühl der Verzweiflung derer, die im Ausland Dollars halten (nachdem sie seit dem 15. August 1971 für diese Dollars kein Gold mehr bekommen können), dass sie diese verdammt noch mal besser schnell ausgeben sollten, bevor man sie nur noch zum Tapezieren verwenden kann. Daher werfen sie uns die Dollars so schnell sie können zurück vor unsere Füße, wodurch sich der inflationäre Druck auf die Preise unserer Waren nur noch erhöht. Können Sie sehen, wie all diese Dinge miteinander verquickt sind und wir Ihnen ein hübsches Paket geschnürt haben?

Mit all diesen Dollars, die aus Übersee zu uns zurückströmen, hat Washington die Kontrolle über die Geldmenge bereits verloren! (…)

10. August 1973[24]

Dollarkrise oder Ölkrise?

Angesichts von Inflation und Kursverlust des US-Dollars erhöhten die erdölexportierenden Länder den Ölpreis. Diese Entwicklung war nur logisch: Denn anstatt Öl gegen Papiergeld fragwürdigen Wertes einzutauschen, könnte man es genauso gut im Boden lassen. Im Gegensatz zum US-Dollar würde es dort nicht an Wert verlieren, sondern gewinnen. James Dines:

Die Araber reden schon davon, die Ölpreise am Anfang des zweiten Quartals ein weiteres Mal anzuheben, "wenn die Inflation nicht unter Kontrolle gebracht wird". Dies erscheint uns ein bedrohlicher Wink zu sein, weil es darauf hinweist, dass die Araber endlich verstanden haben, dass sie in verfallenden Dollars und von immer wackeligeren Regierungen bezahlt werden. Sie stehen vor der Wahl, entweder das Öl so lange im Boden zu lassen, bis wieder fiskalische Vernunft eingekehrt ist, oder aber dieses Papier unverzüglich gegen Gold einzutauschen. Der hierdurch entstehende Abzug von Kaufkraft von allen ölimportierenden Ländern wird deren reales Wachstum bremsen und die Inflation in aller Welt beschleunigen. Die Konsequenzen sind furchteinflößend, nicht nur ökonomisch und politisch, sondern auch militärisch. Wird Europa stillhalten und zulassen, dass 3 % des Bruttosozialprodukts der gesamten europäischen Wirtschaft plötzlich den Besitzer wechseln, von den Europäern zu den Arabern? (…)
11. Januar 1974[25]

Die Situation spitzte sich weiter zu: als das Vertrauen in den US-Dollar immer weiter schwand, mussten Großbritannien und Deutschland ihre Ölimporte schließlich mit Gütern bezahlen! James Dines:

(…) nach dem enormen Vertrauensverlust in Papiergeld schließen Großbritannien und Westdeutschland für Öl aus dem Mittleren Osten nun Tauschgeschäfte ab! Großbritannien schickt an den Iran 242 Millionen $ in Form von Textilfasern, Stahl, Papier, Chemikalien und anderen Industrieprodukten. Sagt einem denn dieses Schreckgespenst nichts, nun schon auf primitiven Tauschhandel zurückgreifen zu müssen? Zeigt es nicht, dass die Qualität des Geldes bis in ihren Kern verfault ist?
1. Februar 1974[26]

Fieberkurven 1949–1974

Abb. 17: Abnahme der US-Goldreserven bei Zunahme der US-Außenverschuldung von 1949–74[27] und Entwicklung des Goldpreises von 1969–72[28]

In der grafischen Darstellung der Abnahme der US-Goldreserven bei gleichzeitiger Zunahme der US-Außenverschuldung und Anstieg des Goldpreises ist ersichtlich, dass das Bretton-Woods-System zu keinem Zeitpunkt stabil funktionierte. Als Nixon 1971 das Goldfenster schließlich schloss, entsprach die Außenverschuldung der USA dem fünffachen Wert der US-Goldreserven. In nur 25 Jahren hatten die aufgelaufenen Auslandsschulden der Vereinigten Staaten von rund 70 Milliarden US-Dollar die großzügigen Leistungen des Marshallplans bereits um das Sechsfache überstiegen.

Aus den Kurven lässt sich auch erkennen, dass sich die USA ab 1971 – nun befreit von der disziplinierenden Wirkung der Bindung an Gold – in noch schnellerem Maße verschuldeten, während der Wert des US-Dollars gemessen an Gold rapide sank (also der Preis von Gold stieg).

Heute, in 2009, entspricht die US-Außenverschuldung etwa dem 54-Fachen der US-Goldreserven (8133,5 Tonnen[29] zu 248 Milliarden US-Dollar; Auslandsschulden 13,4 Billionen US-Dollar im März 2009[30]). Wenn man sich pro US-Dollar nur um einen Millimeter fortbewegen würde, so müsste man 335 Mal die Erde umrunden, um die heutige US-Außenverschuldung abzuschreiten.

Fieberkurven 1946–2008

Abb. 18: Entwicklung des Öl- und Goldpreises von 1946–2008 [31]

Betrachtet man die Entwicklung des US-Dollars im Vergleich zu Öl und Gold von 1946 bis 2008, so stellt man fest, dass der Absturz des US-Dollars mit der durch den Vietnamkrieg bedingten Aufkündigung seiner Bindung an Gold beginnt (1971) und sich ab 1982 knapp 20 Jahre lang zumindest einigermaßen stabil verhält, um dann ab 2001 erneut steil abzustürzen. In den 37 Jahren von 1971 bis 2008 hat der US-Dollar dabei gegenüber Öl und Gold etwa 96 Prozent seines Wertes verloren (ist auf 1/25 seines Wertes gefallen).

Ganz anders das Verhältnis von Öl zu Gold: es pendelt seit über 60 Jahren um einen Wert von 10 Barreln Öl pro einer Unze Gold.

Militäreinsätze und Kriege der USA ab 1950 (Auswahl)[32]

1950–53 Korea-Krieg; 1956 Suez-Krise, Ägypten; 1958 Libanon; 1958–63 Taiwan-Straße; 1960–62 Kongo; 1965–75 Vietnam, Laos, Kambodscha; 1967 Sechs-Tage-Krieg, Mittlerer Osten; 1977–99 Operation "Coronet Oak", Zentral- und Südamerika; 1981–92 El Salvador, Nicaragua; 1982–87 Libanon; 1986 Libyen, Bolivien; 1987–90 Persischer Golf; 1989–90 Panama; 1990–91 Liberia; 1990–93 Bolivien; 1991 Irak, Somalia; 1992–96 Bosnien; 1994 Ruanda; 1995 Somalia; 1996 Liberia, Zentralafrikanische Republik, Zaire, Ruanda, Uganda; 1997 Kongo, Sierra Leone, Kambodscha, Irak; 1998 Kenia, Irak; seit 2001 Afghanistan; seit 2003 Irak

Zusammenfassung

Das Bretton-Woods-System krankte erst an Dollarknappheit, dann an Dollarflut; ein stabiles Gleichgewicht der Währungen konnte nicht erzielt werden.

Die Dollarflut hatte ihren Ursprung in der Finanzierung US-amerikanischer Interessen und Ziele und erreichte schließlich ihren Höhepunkt durch die explodierenden Kosten des Vietnamkriegs, unter deren Last das Bretton-Woods-System schließlich zusammenbrach. Dieser Zusammenbruch erfolgte in zwei Schritten:

(1) Aufgabe der Bindung des US-Dollars an Gold (1971)

(2) Aufgabe der festen Wechselkurse (1973)

Aus dieser Situation des Zusammenbruchs ist unser heutiges System freier Wechselkurse hervorgegangen; es sollte zunächst nur als Übergangslösung dienen.

Hegemonialwährung mit freien Wechselkursen

Obwohl das Bretton-Woods-System seit der einseitigen Aufkündigung des Dollar-Gold-Standards durch die USA zusammengebrochen ist, blieben die Bretton-Woods-Institutionen Weltbank und Internationaler Währungsfonds (IWF) erhalten. Immer noch genießen die USA als einzige Nation Vetorecht innerhalb des IWF, der es seinen Mitgliedsstaaten verbietet, Nationalwährungen an Gold zu binden.[33]

Auch ist der US-Dollar weiterhin die dominierende Währung – rund 65 Prozent der Währungsreserven der Zentralbanken in aller Welt werden in ihm gehalten, und der Welthandel basiert auf dem US-Dollar als dessen wichtigste Transaktionswährung, denn die Güter der Welt werden vornehmlich in US-Dollar notiert und gehandelt.

Vorteile für die USA

Das heißt: Wer zum Beispiel Öl kaufen will, muss zunächst US-Dollar kaufen. Und wer am Welthandel teilnimmt, muss auch US-Dollar als Reserve halten. Kurz: Die Welt hat einen großen Hunger nach US-Dollar, den nur die Vereinigten Staaten nach Belieben herstellen können. Diese Dominanz als Transaktions- und Reservewährung unterscheidet ihn von allen anderen Währungen der Welt und sichert den USA eine Sonderrolle zu: die des Hegemons.

Auf den ersten Blick erstaunlich, hat die Loslösung des US-Dollars von Gold seiner Macht jedoch nicht geschadet, sondern sie vielmehr noch erhöht; denn die USA können das Währungssystem für sich nun ohne die begrenzende Wirkung eines Goldversprechens nutzen. John Braithwaite und Peter Drahos schreiben hierzu:

Die von uns untersuchte Finanzgeschichte zeigt, dass stabile Wechselkurse normalerweise nur im Zusammenhang mit einer dominierenden Hegemonialwährung vorkommen. Das Problematische einer solchen Hegemonialwährung besteht darin, dass der Hegemon nun über einen Schutzschild verfügt, der es ihm erlaubt, die Kosten fehlender Finanzdisziplin auf andere abzuwälzen. Unter diesen Bedingungen wird staatliche Souveränität sehr zerbrechlich, da sie möglicherweise nur noch von wenigen Staaten aufrecht erhalten werden kann. Dies trifft zu, egal ob die Wechselkurse starr oder frei sind. Sind sie frei, erhalten die Systemhalter einer Hegemonialwährung möglicherweise noch mehr Macht. Die USA sind nun in einer stärken Position, um den US-Dollar zu beeinflussen, als zu Zeiten des Bretton-Woods-Abkommens, als sie den Dollarkurs nur innerhalb festgesetzter Grenzen steuern konnten.[34]

Die Vorteile der USA ergeben sich dabei im Wesentlichen aus dem Folgenden:

  • Aufgrund der Nachfrage nach US-Dollar verfügen die USA über eine nahezu unbegrenzte Kreditlinie, mit der sie die Durchsetzung ihrer Interessen auf Kosten der Welt finanzieren können.[35]
  • Da der Wertverlust des US-Dollars die Währungsreserven in aller Welt abwertet, können die USA einen großen Teil ihrer Kosten auf andere abwälzen (sich ihrer Schulden durch Inflation entledigen).

Wie diese Mechanismen im Einzelnen arbeiten und ineinandergreifen, wird weiter unten anhand der Finanzkrise des Jahres 2008 erläutert.

US-Dollar, Euro und Yen

Den geschilderten Vorteilen der USA stehen natürlich entsprechende Nachteile der übrigen Nationen entgegen. Und so wundert es nicht, dass die Einführung des Euro nicht nur der europäischen Binnenwirtschaft nutzen, sondern vor allem auch die Asymmetrie brechen sollte, die sich durch die Vorherrschaft des US-Dollars ergibt. John Braithwaite und Peter Drahos schreiben hierzu:

Die von der Europakommission vorangetriebene Konvergenz und Harmonisierung ist nicht nur für die EU von Bedeutung, sondern für die internationalen Finanzbeziehungen im Allgemeinen. Yves-Thibault de Silguy, in der Kommission zuständig für ökonomische, monetäre und finanzpolitische Angelegenheiten, bemerkte 1997 in einer Rede, dass der US-Dollar das internationale Geschehen dominierte, da er in 50 % aller kommerziellen Transaktionen und 80 % aller Finanzmarktgeschäfte verwendet wird.[36] Die Tatsache, dass der US-Dollar die Hegemonialwährung ist, bedeutet, dass es den USA leichter möglich ist, den 'Konsequenzen ihrer missbräuchlichen Verstöße gegen solide Geldpolitik' zu entgehen.[37] Die Agenda der internationalen Finanzpolitik der EU besteht darin, die Finanzmärkte und den Handel aus der Umklammerung durch die USA zu befreien, wie de Silguy in seiner Rede verdeutlichte: "Obwohl Europa die größte Wirtschafts- und Handelsmacht darstellt, genießt es im internationalen Geschehen keinen Einfluss. Die Einführung des Euro wird dieses Paradoxon korrigieren und den Weg öffnen, hin zu einem ausgeglicheneren und multipolaren Weltfinanzsystem. Hierdurch ergibt sich auch für den Yen die Möglichkeit, sich parallel zum Euro weiterzuentwickeln. Anstatt nur einer dominanten Währung wird es drei geben – den Dollar, den Yen und den Euro."[38]

Fußnoten

  1. Bohlen, Celestine, We’re Stuck With Dollar as Reserve. In: The New York Times, 2.4.2009, http://www.nytimes.com/2009/04/01/world/europe/01iht-letter.html, 10.8.2009.
  2. Übersetzung von Christiane Weidemann, "The United States pumped dollars into Europe, which Europeans used to buy American materials, and the dollar became the universal medium of exchange." Dines, James, The Invisible Crash. New York: Random House 1975, 30.
  3. Übersetzung des Autors, "Thus it was that the International Monetary Fund proved to be one of the greatest engines of inflation in the world's monetary history. (…) the United States (…) could simply print more paper. When U.S. inflation began to accelerate toward its terminal stages, the IMF forced other countries to keep their currencies from going to a premium against the dollar, so the United States forced the world to import inflation. Germany, for example, was forced to buy billions of dollars to support the dollar in relation to the mark and, in order to do so, issued billions of new marks. This increased Germany's money supply, and the dollars it absorbed became its 'reserves'." Dines, James, The Invisible Crash. New York: Random House 1975, 31–32.
  4. Deutsche Bundesbank, Geld und Geldpolitik, 2008, 141. http://www.bundesbank.de/download/bildung/geld_sec2/geld2_gesamt.pdf, 31.3.2009.
  5. Vgl. Lips, Ferdinand, Die Gold Verschwörung. Rottenburg: Kopp Verlag 2003, 106.
  6. Coombs, Charles A., The Arena of International Finance. London: Wiley 1976, 152–173. Zitiert nach Lips, Ferdinand, Die Gold Verschwörung. Rottenburg: Kopp Verlag 2003, 106.
  7. Übersetzung des Autors, "The game lasted for decades, until Europe finally noticed the dollars piling up, first at their knees, then their navels, and finally their nostrils, and demanded that we slow down the printing presses. Charles de Gaulle tried to slow us down in the late 1960s, and the abuse he received was international. De Gaulle knew the only way to stop the U.S. Treasury was to demand gold for these paper dollars, a process which finally worked." Dines, James, The Invisible Crash. New York: Random House 1975, 45–46.
  8. Deutsche Bundesbank, Geld und Geldpolitik, 2008, 141. http://www.bundesbank.de/download/bildung/geld_sec2/geld2_gesamt.pdf, 31.3.2009.
  9. Übersetzung des Autors, "Your editor has just returned from a trip to Europe snooping around as to the cause of why the price of gold is pushing up against its highs for the year. The Europeans are terrified about the huge dollar amounts piling up in their vaults, as we continue to run deficit after deficit each year, but there is no easy solution to them. They try to stick as many U.S. dollars on to West Germany as they can, who is forced to take them because their political life depends on American military might, but there are even limits there. Europeans resent the fact that U.S. dollar outflows are causing inflationary pressures in their countries, but if they blow the whistle and demand gold they will bankrupt us and make all their remaining dollars worthless. The Europeans have painted themselves into an astonishingly stupid corner and will remain baffled until the inevitable stampede out of that corner begins. March 5, 1971" Dines, James, The Invisible Crash. New York: Random House 1975, 256–257.
  10. Übersetzung des Autors, "Over the week-end, at the American Bankers Association in Munich, Treasury Secretary John B. Connally took rather a firm stand, describing it as without arrogance or defiance. Connally said 'We aren't going to devalue the dollar; we aren't going to change the price of gold; we have the right to expect more equitable trading arrangements to be initiated by others; and we also expect Europe to accept the responsibility to share more fully in the cost of defending the Free World.' (…) June 4, 1971" Ebd., 261.
  11. Übersetzung des Autors, "After we went to press last week the gold crisis we have long predicted would come, started. As the flight from paper in recent days proceeded first from a walk to the bank to buy gold, to a trot, a canter, and finally a gallop, the Bank of England closed down on March 15 under the strain. Everybody stopped selling gold, even NYC coin dealers. Secret sessions were suddenly summoned in Washington as the full extent of the panic finally began to penetrate the concrete between our politicians' eardrums. (…) The New York Times on March 16 editorialized that 'The members of the international gold pool who meet today in Washington are confronted with one unassailable fact: the payments network has broken down. Their task no longer is to avert collapse but to rebuild the structure.' (…) Gold managed to get the U.S. President to promise spending cuts, gold summoned ministers across the world wringing damp palms, it closed banks, and it might just get the United States out of Vietnam. Newspapers described the scene with words like 'pandemonium, panic, crisis, fantastic and turmoil.' Edwin L. Dale, Jr. in the March 16 Times wrote, 'Some Americans abroad learned what an international financial crisis could mean today when they were unable to cash their travelers checks into dollars. But there is no reason to expect any major impact at home, even if the world monetary system collapses.'(…) Over the weekend, news of international reaction to the crisis began to pour in. Gold dealers in Milan stopped selling gold because of an 'almost complete lack of supply.' Foreign exchange operations were halted around the world, from Finland to Malaysia. Stock exchanges closed around the world, even in South Africa, while hotels, restaurants and stores were refusing to accept U.S. dollars and British pounds. March 22, 1968." Ebd., 206–209.
  12. Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Doppeldenk
  13. Übersetzung des Autors, "In the March 24 Times a 'gentleman's agreement' was disclosed almost inadvertently. (…) the Times declared that 'Policymakers in Washington are now pondering whether, even with the stringent controls on international transactions that President Johnson imposed on New Year's Day, it will be possible to bring the payments deficit down to an acceptable size [underlining ours] while the Vietnam war is continuing'. And here is the coup de grâce: they talk about the U.S. inability to continue the war without full wartime controls and 'for this reason, the agreement – or perhaps more properly the 'gentleman's understanding' – reached by the central bankers at Washington last weekend not to draw further from United States gold stocks at least for the time being, is of the utmost importance.' March 29, 1968" Dines, James, The Invisible Crash. New York: Random House 1975, 210–211.
  14. Übersetzung des Autors, "Germany, Switzerland, the Netherlands and Belgium refused to accept U.S. dollars because of an inability to turn those dollars into the U.S. for gold, thus shattering the system set up in 1944 at Bretton Woods which put the dollar in the center of the international monetary universe and defined it as $35 per ounce of gold. So bankrupt is the dollar, and so dismal and sorry its prospects, a mere casual remark last Monday night started it all. In a dinner discussion in Hamburg, French Finance Minister Valery Giscard d'Estaing suggested the price of gold should be raised as a means of stemming the dollar outflow to Europe; in other words the dollar should be devalued. This upset the Germans and Italians because they are big dollar holders and are thus reluctant to see a dollar devaluation. (…) In effect, all that has happened so far is the Europeans have hardened their hearts, and recognize the dollar as the major threat to international monetary stability. May 7, 1971" Ebd., 257–258.
  15. Vgl. ebd., 43–44.
  16. Übersetzung des Autors, "As we long predicted, the devaluation occurred over a weekend, and it came with wehrmacht-blitzkrieg speed. There was no warning, again as we long predicted it would come. To see how governments devalue, for the future, here is what appeared on Friday before the devaluation in the August 13 Wall Street Journal: 'The currency situation, however, remained unsettled. Some analysts viewed a report the U.S. has proposed wider fluctuations for currencies from their par values as a sure sign the U.S. doesn't plan any devaluation of the dollar. One rumor popping up yesterday was that the White House has plans for a sizeable tax cut to help spur the economy. However, the rumor was denied by the administration. 'On August 15, 1971, President Nixon declared Chapter XI Bankruptcy on the U.S. dollar. In his speech he unilaterally changed the 25-year-old International Monetary System and declared henceforth the U.S. would cease to convert foreign-held dollars into gold. (…) Clearly, the dollar is now a fiat currency, worthless, like the Russian ruble and the Lower Slobovnik. This is the first stage of a classic gold crisis. For the moment, the world currency situation is leaderless. (…) Germany, which has more dollars than we have gold in Fort Knox, will lose by an equivalent amount of the devaluation, which will in turn undermine her own currency – so additional financial turmoil seems certain in the near future. But the U.S. must cure the basic reasons for the devaluation such as outlay for foreign wars, maintenance of U.S. troops overseas without compensation, foreign aid, excessive tourism, unfair trade restrictions by Japan and other countries, and above all a halt to U.S. inflation which prices our goods out of world markets. August 20, 1971" Ebd., 268–269.
  17. Vgl. ebd., 294–295.
  18. Übersetzung des Autors, "The price of $35 an ounce was set in the Gold Reserve Act of 1934, and lasted until the December 1971 devaluation up to $38 an ounce. Now the price is $42.22 an ounce, which is just as ridiculous as the previous price was because the free market price is now at an all-time high of $75.93 in Hong Kong! Can you imagine grown men playing games like this with a commodity at completely unrealistic prices while the free market price is much higher? (…) February 16, 1973" Ebd., 295.
  19. Übersetzung des Autors, "On March 5 European finance ministers decided to keep their official currency-exchange markets closed all this week to help push the U.S. to act in this crisis. This means major currencies continued their "floating" this week by refusing to buy dollars to hold down the prices of their currencies, or to hold up the dollar's value. Thus, the entire world is floating right now, an action we have been strongly recommending for over a decade, despite the fact everyone of political importance has disagreed with us. (…) dollar holdings of foreign central banks and other official agencies are estimated at $70–$80 billion with another $20 billion or so in the hands of private parties abroad. With nearly $100 billion outstanding and only $10 billion on gold at Fort Knox the price of gold is going to have to go a lot higher to make these two numbers equal each other. Perhaps $200 gold will not be enough! March 9, 1973" Ebd., 300.
  20. Ebd., 299.
  21. Ebd., 303.
  22. Vgl. ebd., 310–311.
  23. Vgl. ebd., 312–313.
  24. Übersetzung des Autors, " (…) Since the United States is running its printing presses faster than anybody else, and running bigger international deficits than anyone else, there are more dollars piling up overseas than can possibly be spent by foreigners here. Therefore, with supply and demand of paper being what it is, the excessive quantity of paper dollars overseas has been forcing the dollar lower in relation to other currencies. (…) So, foreigners begin erecting all kinds of barriers, such as two-tier currencies (France will take dollars from tourists, but not from banks) and tariff walls. (…) Also behind this inflationary surge is the feeling of desperation by those who own dollars overseas (since they have not been able to get gold for those dollars since August 15, 1971) that they had damn well better spend those dollars really fast or they'll wind up using them for wallpaper. Thus they throw these dollars back into our faces as quickly as they can, only adding additional fuel to inflationary commodity pressures. Do you see how all these facts are interrelated, and how we have tied the whole package together for you? With all those dollars flooding back from overseas, the control of the money supply is not even in Washington's hands any longer! (…) August 10, 1973 Ebd., 315–316.
  25. Übersetzung des Autors, "Arabs are now talking about raising oil prices again at the beginning of the second quarter, 'unless inflation is brought under control'. This to us is an ominous suggestion because it indicates Arabs finally realize they are being paid in depreciating dollars by increasingly shaky governments. Their choice is either to leave the oil in the ground until fiscal sanity re-emerges, or else transfer this paper immediately into gold. This draining of purchasing power from all the oil importers will slow their real growth and accelerate inflation all over the world. The ramifications are terrifying, not only economically and politically, but militarily. Will Europe stand and allow 3% of the Gross National Product of the entire European economy suddenly change hands from Europe to the Arabs? (…) January 11, 1974" Ebd., 330–331.
  26. Übersetzung des Autors, "(…) with paper money under enormous distrust, Britain and West Germany are now striking barter deals for Mideast oil! Britain is shipping Iran $242 million of textile fibers, steel, paper, chemicals and other industrial products. Doesn't the specter of people resorting to primitive barter say something to you? Doesn't it indicate that the standards of money are rotten to the core? (…) February 1, 1974" Ebd., 339.
  27. Dines, James, The Invisible Crash. New York: Random House 1975, 42.
  28. The New York Times, 7.6.1972. Zitiert nach Dines, James, The Invisible Crash. New York: Random House 1975, 286.
  29. World_Official_Gold_Holdings_June_2009.pdf, http://www.research.gold.org/reserve_asset/, 10.8.2009.
  30. http://www.treas.gov/tic/debta309.html, 10.8.2009.
  31. Daten von Markt-Daten.de, http://www.markt-daten.de/daten/2006gold.txt und http://www.markt-daten.de/daten/gold.txt, 1.4.2009; Energy Information Administration, http://tonto.eia.doe.gov/dnav/pet/hist/wtotopecw.htm, 1.4.2009.
  32. http://www.aktivepolitik.de/USA_Kriege.htm, 19.8.2009.
  33. Vgl. Lips, Ferdinand, Die Gold Verschwörung. Rottenburg: Kopp Verlag 2003.
  34. Übersetzung des Autors, "The financial history we have examined shows that exchange rate stability, when it occurs, has usually been linked to a hegemonic dominant currency. The problem with such a currency is that the hegemon has a shield that allows it to escape the full costs of breaking agreed monetary discipline. State sovereignty under these conditions is a fragile sovereignty, perhaps genuine for only a few states. This is true whether the regime is one of floating exchange rates or a rule-based one. Under a floating arrangement the holder of the hegemonic currency has possibly even more power. The US is in a stronger position now to influence the dollar than under the Bretton Woods regime, where it could only influence the dollar exchange rate within set margins." Braithwaite, John und Peter Drahos, Global Business Regulation. Cambridge: Cambridge University Press 2000, 138.
  35. Vgl. Müller, Klaus, Globalisierung. Frankfurt/Main: Campus Verlag 2002, 112.
  36. De Silguy, Yves-Thibault, 23.9.1997, Speech delivered at the Euro and Asian Financial Markets Conference, Hong Kong, Speech/97/187. Zitiert nach Braithwaite, John und Peter Drahos, Global Business Regulation. Cambridge: Cambridge University Press 2000, 119.
  37. De Saint Phalle, Thibaut, The Federal Reserve: An International Mystery. New York: Praeger 1985, 277. Zitiert nach Braithwaite, John und Peter Drahos, Global Business Regulation. Cambridge: Cambridge University Press 2000, 120.
  38. Übersetzung des Autors, "The convergence and harmonization work of the Commission is not just important to the EU, but to international monetary relations in general. In a speech in 1997, Yves-Thibault de Silguy, the member of the EC responsible for economic, monetary and financial affairs, observed that the US dollar dominated the international scene, being used in 50 per cent of commercial transactions and 80 per cent of financial market operations. The fact that the dollar is the hegemonic currency means that, if it choses, the US can more easily evade the 'consequences of its abuses of sound monetary policy'. The European international monetary agenda is to break the hold of the US dollar over financial markets and commerce, as de Silguy's speech makes plain: 'Europe is the world's number one economic and commercial power, but has no presence on the international scene. The arrival of the euro will correct this paradox, opening the way to a more balanced multi-polar international monetary system. It also opens the opportunity for the yen to develop alongside the euro. Instead of one dominant currency, there will be three – the dollar, the yen and the euro.'" Braithwaite, John und Peter Drahos, Global Business Regulation. Cambridge: Cambridge University Press 2000, 119–120.
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